Montag, 9. September 2013

mitternachtsgeflüster

heute ist einer diese tage an denen ich vor kreativität nur so strotze. also hier eine kleine aber feine geschichte die mir im kopf rum schwirrt.

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noch war die nacht nicht angebrochen, aber der himmel bereits gehüllt in einem dunklen blau. von außen drang die frische, kalte luft in ihr kleines zimmer. sie schauderte. es wurde herbst, die tage wurden kürzer und die nächte mysteriöser. und kälter wurde es. sie schwitze nicht mehr so wie im sommer, als ihr die schweißperlen an den armen herunter rannen. die meiste zeit hielt sie sich in ihrem kühlen zimmer auf, ihr fenster bedeckt von einem schweren vorhang. und jetzt endlich da es kälter wurde konnte sie sich hinaus wagen und den duft der wälder um sich spüren. im laub tanzen und auf bänken balancieren. das tiefe rot, der fallenden blätter, beflügelte ihre sinne und der duft der eichen benebelte sie. ein hauch von feuchtigkeit in der luft, ließ auf den kommenden regen schließen und das rauschen des baches umspielte ihre vorfreude auf die kommende jahreszeit. im antlitz einer sich anschaltenden laterne rekelte sie sich und ihr strahlendes lächeln erleuchtete das letzte bisschen tageslicht. sie drehte sich, immer weiter, immer weiter bis sie auf eine der grünen bänken niedersank und begann zu pfeifen. sie trällerte die melodie ihrer seele, ein stück welches sie selbst komponiert hatte. und dann erinnerte sie sich an ihre vergangenheit, sie war voller lebhafter erinnerungen, aber zugleich auch unheimlich düster. das laute krähen eines vorbeifliegenden rabens durchzuckte die stille und riss sie aus ihren gedanken. ein junges kätzchen strich ihren körper an den fuß der bank um dann weiter zu dem mädchen zu schleichen und ihn erneut wogegen zu pressen. das mädchen erschrack, als ihr bein die liebevolle härte des einsamen kätzchens zu spüren bekam. sie war verloren, so wie das mädchen. [...]

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